Neubau: Verwaltungsgebäude München
Neubau eines Verwaltungsgebäudes für Teile des Staatsministeriums des Innern auf dem Grundstück der Obersten Baubehörde, 80539 München
Bauherr: Bay. Staatsministerium des Innern
Beauftragte Leistungen: Energiekonzept
Energiestandard: Passivhausstandard
Planungsbeginn: 02/2011 Ausführung: 09/2013 - 10/2015
Nettogeschossfläche: 3.678 m² Bruttorauminhalt: 20.570 m³
Verwaltungsgebäude im Passivhausstandard
Das Bayerische Staatsministerium des Innern plant zur Unterbringung von rund 110 Mitarbeitern einen Neubau auf dem Grundstück der Obersten Baubehörde in München zu errichten.
Der Baukörper ist im Grundriss U-förmig und schließt sich im Süden an die vorhandene Bebauung an und bildet einen Blockrandabschluss im Norden. Durch die Schließung wird ein ruhiger Innenhof geschaffen, der auch die benachbarte Wohnbebauung aufwertet. Der Neubau erhält im Bereich der östlichen und westlichen Kopfbauten 6 Geschosse bzw. 4 Geschosse im Mittelbau. Das 5. Obergeschoss wird in den Kopfbauten jeweils als zurückgesetztes Staffelgeschoss ausgebildet.
Für die Planung ist das Büro Knerer und Lang Architekten GmbH aus Dresden zuständig.
Neubau eines Verwaltungsgebäudes für Teile des Staatsministeriums des Innern auf dem Grundstück der Obersten Baubehörde, 80539 München
Bauherr: Bay. Staatsministerium des Innern
Beauftragte Leistungen: Energiekonzept
Energiestandard: Passivhausstandard
Energiekennwert Heizwärme: 15 kWh/m²a (PHPP)
Energieträger: Fernwärme
Energiekonzept
Der Teilneubau des bayerischen Staatsministeriums des Innern in München wird als 6-stöckiges U-Förmiges Gebäude im Anschluss an eine vorhandene Wohnbebauung errichtet. In diesem Zusammenhang ist ein Energiekonzept entwickelt worden, dessen Zielsetzung ein nachhaltiger und zukunftsfähiger energetischer Standard des Gebäudes ist.
Gebäudehülle
Die Thermische Hülle des Baukörpers beinhaltet neben Erdgeschoss und fünf Obergeschossen Teile des Untergeschosses. Tiefgarage, sowie Server- und Technikräume befinden sich außerhalb der warmen Hülle. Im Süden schließt sich das Gebäude am östlichen und westlichen Ende an die bereits bestehende Nachbarbebauung an, wodurch die thermisch wirksame Hüllfläche reduziert wird. Die an den Innenhof grenzenden Außenwände werden mit 28 cm Wärmedämmverbundsystem gedämmt. Die zur Straße orientierten Außenwände nach Norden, Osten und Westen werden mit Betonsandwichelementen mit 20 cm hochdämmendem Kern ausgeführt. Die Dachflächen erhalten mit 28 cm Dämmung. Fenster und Glasfassaden werden als Dreifach-Wärmeschutzverglasung mit Passivhausfensterrahmen ausgeführt. Die Verglasungen sind durch die umliegenden Gebäude stark verschattet, daher wird durch abgeschrägte Laibungen in der Sandwichfassade der Sonneneintrag von Westen verbessert.
Heizung/Warmwasser
Die Wärme wird über Fernwärme bereitgestellt. Zur Wärmeverteilung und Grundtemperierung der Büroräume im Winter sowie in der Übergangszeit kommt die Lüftungsanlage mit 76% Wärmerückgewinnung in den Büroräumen und 82% in den Besprechungsräumen zum Einsatz. An den kältesten Tagen wird die Wärme mittels Betonkerntemperierung verteilt. Zusätzlich können die Nutzer/-innen individuell und raumweise mit Einzelheizkörpern die gewünschte Raumtemperatur erzielen. Warmwasser wird dezentral über elektrische Durchlauferhitzer in den Teeküchen und der Dusche im UG erzeugt.
Kühlung
Die Büroräume sind in der Regel nach Norden ausgerichtet, dort ist der solare Eintrag gering. Im Süden, Osten und Westen sind Raffstores angebracht, die nach dem Sonnenstand geregelt sind. Zusätzlich kann im Sommer über die Betonkerntemperierung gekühlt und der Sommerliche Wärmeschutz gewährleistet werden. Speicherfähige Decken und Wandbereiche sollen sicherstellen, dass der Kälteeintrag dem Gebäude möglichst lange erhalten bleibt und angenehm kühle Oberflächentemperaturen schafft. Die Kälte wird zum Teil aus der Bodenplatte der Tiefgarage gewonnen, zum großen Teil jedoch über eine Kompressionskältemachine erzeugt. Die freie Nachtauskühlung über Fensterlüftung ist im Zuge der Entwurfsplanung detailliert untersucht worden, jedoch aus finanziellen Gründen verworfen worden.
Lüftung
Ein zentrales Gerät mit 76% Wärmebereitstellungsgrad versorgt die Büroräume mit Frischluft. Die Luft strömt anschließend über den Flur in WCs und EDV Räume und wird dort abgesaugt. Für die beiden Besprechungsräume im 4.OG ist ein eigenes Lüftungsgerät mit einem Wärmebereitstellungsgrad von 82% vorgesehen. Zur Steuerung der Lüftung werden CO2- und Temperaturfühler installiert. Eine bedarfsgerechte Steuerung der Lüftungsanlage ermöglicht einen energieeffizienten Betrieb. Die Lüftungsanlage ist nur während der Heizperiode in Betrieb und soll im Sommer ausgeschalten sein. Lediglich der Abluftventilator ist auf Grund des hygienischen Mindestluftwechsels auch im Sommer in Betrieb. Frische Zuluft wird über Fenster in die Büros eingebracht.
Beleuchtung/Technische Ausstattung
Das Tageslicht wird dank Lichtlenklamellen und nach Sonnenstand geregelten Lamellen auch bei hoher solarer Einstrahlung genutzt. Tageslichtabhängige Beleuchtungssteuerung und Präsenzmelder gewährleisten, dass der Stromverbrauch durch künstliche Beleuchtung minimiert wird. Alle Räume werden mit energieeffizienten Leuchten und Leuchtmitteln mit hohem Wirkungsgrad ausgestattet. Die technische Ausstattung der PC Arbeitsplätze ist auf neuestem energetischen Stand. Um eine optimale Steuerung und Regelung zu gewährleisten, wird eine Gebäudeleittechnik integriert. Im Rahmen des Monitoring werden Messdaten aufgezeichnet, um eine kontinuierliche Überwachung des Energieverbrauchs sicherzustellen. Gegebenenfalls wird durch Nachjustierung der tatsächliche Verbrauch auf das niedrige, berechnete Niveau eingeregelt.
Thermische Simulation
Die thermische Simulation liefert Aussagen über die sommerliche Behaglichkeit der Arbeitsräume. Die thermische Simulation wird mit der Software IDA Klima und Energie durchgeführt. Zur Sicherstellung eines ausreichenden baulichen sommerlichen Wärmeschutzes müssen die Anforderungen der DIN 4108-2 eingehalten werden. Zudem wird eine Simulation mit den tatsächlichen Nutzungsrandbedingungen durchgeführt, um einen möglichst realitätsnahes Bild des Raumklimas zu erhalten.