Neubau: Dürer Gymnasium Nürnberg
Dürer Gymnasium, 90429 Nürnberg
Bauherr: Stadt Nürnberg Baukosten KGR. 300+400 Brutto: 7,3 Mio. €
Beauftragte Leistungen: Energiekonzept, Planungsbegleitende Energetische Qualitätssicherung Lph. 1-9
Energiestandard: Passivhausstandard
Planungsbeginn: 09/2009 Ausführung: seit 06/2010
Nettonutzfläche: 3.273 m² Bruttorauminhalt: 24.415 m³
Neubau einer Dreifachsporthalle mit Erweiterung der Unterrichtsräume im Passivhausstandard
Das Dürer Gymnasium in Nürnberg wird eine Dreifachsporthalle und eine Erweiterung der Unterrichtsräume erhalten. Die Unterrichtsräume werden um 8 Klassenzimmer für durchschnittlich 29 Schülern ergänzt. Zusätzlich entsteht eine neue Sporthalle mit Nebenräumen zur Schul- und Vereinssportnutzung.
Der Baukörper besteht aus Untergeschoss, Erdgeschoss und einem 1. Obergeschoss. Ein zweites Obergeschoss beinhaltet alleine die Lüftungszentrale.
Das Untergeschoss besteht hauptsächlich aus Dreifachsporthalle, Umkleiden und Sanitärräumen. Die Bodenplatte im Untergeschoss befindet sich ca. 3,7 m unter der angrenzenden Erdoberfläche. Die Dreifachsporthalle nimmt aufgrund ihrer Raumhöhe von 7,0 m auch im Erdgeschoss noch den größten Raum ein. Die Aula ist ebenfalls im Erdgeschoss untergebracht. Alle neuen Unterrichtsräume befinden sich im 1. Obergeschoss.
Das Gebäude wird als außen gedämmter (WDVS) Stahlbetonskelettbau im Südwesten anschließend an das bestehende Schulgebäudes errichtet. Sowohl im Nordosten, als auch im Südosten und Südwesten sind große Verglasungsflächen in den Fassaden eingeplant. Die Verglasungen sind durch umliegende Gebäude wie vor allem das Bestandsgebäude des Dürer Gymnasiums selbst stark verschattet.
Für die Planung dieses Bauvorhabens ist das Architekturbüro Meyer beauftragt.
Dürer Gymnasium, 90429 Nürnberg
Bauherr: Stadt Nürnberg
Beauftragte Leistungen: Energiekonzept, Planungsbegleitende Energetische Qualitätssicherung Lph. 1-9
Energiekennwert Heizwärme: 15 kWh/m²a (PHPP)
Endenergiebedarf/Jahr: 195.716 kWh/a (PHPP); 296.976 kWh/a (EnEV)
Primärenergiebedarf: 81 kWh/m²a (PHPP); 59 kWh/m²a (EnEV)
Strombedarf: 30 kWh/m²a (PHPP)
Energieträger: Fernwärme
Ergebnis Wirtschaftlichkeitsberechnung: Passivhausstandard mit Lüftungsanlage wirtschaftlicher als EnEV-Standard ohne Lüftungsanlage in den Klassenzimmern
Gesamtkosten* in 40 Jahren EnEV-Standard: 25,67 Mio. €
Gesamtkosten* in 40 Jahren Passivhausstandard: 25,32 Mio. €
*Der Gesamtkostenberechnung liegt die Annahme von 5,5% Fernwärmepreissteigerung und 4% Strompreissteigerung pro Jahr zu Grunde.
Neubau einer Dreifachsporthalle mit Erweiterung der Unterrichtsräume im Passivhausstandard
Konzept
Durch eine frühzeitige interdisziplinäre Zusammenarbeit der unterschiedlichen Fachplanungsbereiche konnte eine wirtschaftlich umsetzbare Passivhaus-Variante einem energetischen Mindeststandard gegenüber gestellt werden.
Dämmstandard
Neben der Dämmung von Dach und Außenwänden, sowie dreifachverglasten Fenstern wird bei der Passivhausvariante durch eine zusätzliche Dämmung unter der Bodenplatte ein hervorragendes Ergebnis erzielt. Hierdurch konnten die Wärmebrücken gegen Erdreich minimiert werden.
Heizung/Warmwasser/Regenerative Energien
In der Anlagentechnik weicht die Passivhausvariante im Bereich Sporthalle deutlich von der Mindestausführungsvariante nach EnEV ab, da die EnEV-Variante zusätzlich eine Fußbodenheizung erhält. Bei der Passivhausvariante kann auf Grund der geringen Energieverbräuche darauf verzichtet werden und die Wärme über die Lüftungsanlage verteilt werden. Die Wärmeversorgung wird über eine Fernwärmeanbindung gewährleistet.
Lüftung/Klima
Die Heizwärmeverteilung wird sowohl im Sporthallenbereich als auch in den Klassenzimmern bei den Passivhausvarianten nur durch die Lüftungsanlage mit 86% Wärmebereitstellung gewährleistet. Auf Heizkörper in den Klassenräumen wird hier verzichtet. Die Lüftungsanlage ist nur während der Heizperiode in Betrieb. Außerhalb des Heizbetriebs wird über motorisch betriebene Fenster gelüftet. Auch nachts kann gelüftet werden, um im Sommer durch kühle Nachtluft das Gebäude auszukühlen. In der Sporthalle wird nach dem gleichen Prinzip belüftet, die Lüftungsanlage hat einen Wärmebereitstellungsgrad von 90%.
Beleuchtung
Prinzipiell ist zur weitgehenden Nutzung des passiven Sonnenergieeintrags gewährleistet, dass ein möglichst großer natürlicher Lichteintrag zu allen Jahreszeiten den Stromverbrauchs durch künstliche Beleuchtung minimiert. Durch Präsenzmelder, tageslichtabhängige Beleuchtungssteuerung, dreistufige Schüsselschalter zur Belichtung der unterschiedlichen Sportarten und durch einem hohen Wirkungsgrad der Leuchtkörper kann der Beleuchtungsstrom minimiert werden.