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Energetische Sanierung: Klinikum Ansbach

Energetische Sanierung des Klinikums Ansbach, 91522 Ansbach

Bauherr: Klinikum Ansbach, Anstalt des öffentlichen Rechts der Stadt Ansbach und des Landkreises Ansbach

Baukosten KGR. 300+400 Brutto: noch ausstehend

Beauftragte Leistungen: Energiekonzept, Planungsbegleitende Energetische Qualitätssicherung, Bauphysikalische Berechnungen zu Feuchte und Schallschutz

Energiestandard: EnEV -15%

Planungsbeginn: 12/2008              Ausführung: Bauabschnitt 2B bis 2014

Nettogrundfläche: 36.171 m²          Bruttorauminhalt: 127.645 m³

 

Klinikum Ansbach: Auf dem Weg zum "Green Hospital"

Das Klinikum Ansbach liegt auf dem Strüther Berg oberhalb der Stadt und stammt aus dem Jahr 1973. Im Mai 2005 hat das Krankenhaus im Bauabschnitt 1 den Neubau eines Funktionsgebäudes erhalten. Nun soll das Klinikum schrittweise energetisch saniert werden.

Als Haus der Schwerpunktversorgung verfügt es über 390 Planbetten, 10 Betten der Kinderklinik, 16 Dialyseplätze und 24 Betten in der Pflegeeinrichtung. Eine hohe medizinische und pflegerische Fachkompetenz und modernste apparative Ausstattung kennzeichnen das Lehrkrankenhaus der Universität Erlangen-Nürnberg. Von der Geburt bis zur letzten Lebensphase umfasst das Leistungsspektrum den gesamten Lebenskreislauf des Menschen.

Das Klinikum weist eine kreuzförmige Gebäudegrundform mit großen Fensterflächen an den Außenseiten auf. Im Zentrum hat es einen Verkehrswegeknotenpunkt, der sich vom 2. Untergeschoss bis ins 6. Obergeschoss zieht. Im Süden steht der 2005 fertiggestellte dreigeschossige Neubau des Klinikums.

Die Waschbetonfassade soll schrittweise gedämmt und neu verkleidet werden. Vor den Balkonen wird eine Glasfassade angebracht.

Energetische Sanierung des Klinikums Ansbach, 91522 Ansbach

Bauherr: Klinikum Ansbach, Anstalt des öffentlichen Rechts der Stadt Ansbach und des Landkreises Ansbach

Beauftragte Leistungen: Energiekonzept, Planungsbegleitende Energetische Qualitätssicherung, Bauphysikalische Berechnungen zu Feuchte und Schallschutz

 

Endenergiebedarf/Jahr (vorher):                             12.401.000 kWh/a (EnEV)

Endenergiebedarf/Jahr (Variante 4, Hackschnitzel): 9.271.000 kWh/a (EnEV)

Endenergiebedarf/Jahr (Variante 6, BHKW):           10.011.000 kWh/a (EnEV)

 

Primärenergiebedarf (vorher):                                 682 kWh/m²a (EnEV)

Primärenergiebedarf (Variante 4, Hackschnitzel):    324 kWh/m²a (EnEV)

Primärenergiebedarf (Variante 6, BHKW):               317 kWh/m²a (EnEV)

 

Heizenergiekennwert (vorher):                                20.642 kWh/(Planbett*a) (EnEV)

Heizenergiekennwert (Variante 4, Hackschnitzel):   12.993 kWh/(Planbett*a)(EnEV)

Heizenergiekennwert (Variante 6, BHKW):             12.993 kWh/(Planbett*a) (EnEV)

 

Stromkennwert (vorher):                                        10.043 kWh/(Planbett*a) (EnEV)

Stromkennwert (Variante 4, Hackschnitzel):            8.361 kWh/(Planbett*a) (EnEV)

Stromkennwert (Variante 6, BHKW):                      463 kWh/(Planbett*a) (EnEV)

 

Energiestandard: EnEV - 15%

Energieträger: Erdgas, Hackschnitzel, Biogas Ergebnis

 

Wirtschaftlichkeitsberechnung: Mehrkostenbetrachtung

Gesamtkosten in 40 Jahren EnEV-Standard: 124 Mio. €

Gesamtkosten in 40 Jahren EnEV-15%, V4, Hackschnitzel: 120 Mio. €

Gesamtkosten in 40 Jahren EnEV-15%, V6, BHKW Biogas: 99 Mio. €

*Der Gesamtkostenberechnung liegt die Annahme von folgenden Preissteigerungen pro Jahr zu Grunde: 8% Erdgas, 6% Hackschnitzel, 6% Pellets, 6% Strom und 4,5% Biogas

 

Klinikum Ansbach: Auf dem Weg zum "Green Hospital"

Konzept

Im Klinikum Ansbach wird eine Gesamtsanierung unter Einbindung eines energetischen Konzepts durchgeführt. Betrachtet wird die Gebäudehülle des Klinikums, sowie die Anlagentechnik mit den Bereichen Heizung, Warmwasser, Kälteerzeugung, Lüftung und Beleuchtung in 6 verschiedenen Varianten. Das Energiekonzept soll die Maßnahmen hinsichtlich des Energiebedarfs und der Investitionskosten vergleichend bewerten. Mit Hilfe von Wirtschaftlichkeitsberechnungen werden die Gesamtkosten unterschiedlicher Gebäudesanierungsvarianten errechnet und anschließend Empfehlungen für die beauftragten Sanierungsabschnitte ausgesprochen.

Dämmstandard

Die Gebäudehülle erhält eine möglichst umfassende Dämmung. Zum Teil muss diese als Innendämmung ausgeführt werden, da eine Außendämmung nicht möglich ist. Mittels Feuchtigkeitsberechnung sind diese Bauteile auf Feuchtigkeitsansammlungen überprüft worden.

Heizung/Warmwasser/Dampf/Regenerative Energien

Bisher wurde das Klinikum von zwei Niederdruckdampfkessel (Öl und Gas) beheizt und mit Warmwasser und Dampf versorgt. Nun soll ein Biogas BHKW und ein Hackschnitzelkessel die Grundwärme liefern. Ein Gaskessel mit Brennwertnutzung deckt die Spitzenlast ab und ein weiterer Niedertemperaturgaskessel dient als Redundanz zur Versorgungssicherung. Die Dampferzeugung ist zu Sterilisationszwecken notwendig, die Dampfleistung kann aber auf Grund des verminderten Bedarfs deutlich reduziert und dezentralisiert werden. Die Dämmung der Rohrleitungen, der hydraulischer Abgleich und effiziente Pumpentechnik reduzieren den Energiebedarf zusätzlich. Freie Dachflächen sollen zur Photovoltaiknutzung zur Verfügung stehen. Zusammen mit der Installation eines BHKWs könnte das Klinikum somit fast 100% seines Strombedarf selbst erzeugen und zwar komplett regenerativ.

Lüftung/Klima

Bisher sind 10 Lüftungsanlagen ohne Wärmerückgewinnung und 11 Anlagen mit 50-66% WRG innerhalb der thermischen Hülle des Klinikums Ansbach im Einsatz. In den Modernisierungsvarianten 2 bis 6 sollen alle Geräte ohne Wärmerückgewinnung durch Lüftungsanlagen mit 90% WRG ersetzt werden. Die Klimatisierung des Klinikums stellt eine wesentliche energetische Herausforderung dar. Mehrere Großkälteanlagen und weitere kleine Klimageräte (Split-Geräte) sind im Einsatz und fordern einen enormen Strombedarf. Um diesen zu reduzieren sollen Kälteleitungen besser gedämmt werden und die Abwärme der Rückläufe soll durch eine Wärmepumpe zur Warmwasservorerwärmung genutzt werden. Eine weitere Maßnahme ist die Installation einer Absorptionskältemaschine, die entweder durch eine thermisch Solaranlage auf dem Dach oder durch die Abwärme des BHKWs Kälte erzeugt. Eine intelligente Steuerung durch eine Gebäudeleittechnik soll die Betriebszeiten der Kältetechnik optimieren.

Beleuchtung/Technische Ausstattung

Die Leuchtmittel werden kontinuierlich bei Defekt durch T5-Röhren mit EVG ausgetauscht. Präsenzmelder sollen die Beleuchtungsdauer in den Fluren reduzieren in Abstimmung mit dem Klinikbetrieb. Sinnvoll eingesetzte tageslichtabhängige Regelungen drosseln den Beleuchtungsstrombedarf zusätzlich. In diesem Energiekonzept ist die Medizintechnik nicht energetisch untersucht worden. Da es sich hierbei um Mit Hilfe von Zählern für Strom und Wärme, sowie einer Gebäudeleittechnik soll ein Monitoringsystem eingeführt werden, welches eine kontinuierliche Überwachung des Energieverbrauchs sicherstellt.

< Projekt... 16/18 >

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